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Katze kastrieren – Mein Erlebnisbericht

stubentiger kastrierenDie eigene Katze kastrieren lassen. Ein Thema, mit dem alle Katzenbesitzer früher oder später konfrontiert werden. Ich will jetzt nicht über das Für und Wider einer Kastration schreiben. Stattdessen möchte ich Euch erzählen, wie wir das Erste Mal erlebt haben. Als stolze Besitzer zweier Fellbündel mussten wir sowohl bei unserem Kater “Zorro” als auch bei unserer Katzendame “Pippi” die Kastration gemeinsam durchstehen.

Der Begriff ist gleich, die OP ganz anders

Generell werden heutzutage sowohl Männchen als auch Weibchen kastriert. Bei einer Sterilisation erfolgt nur die Durchtrennung von Samenleiter bzw. Eileiter. Die Fellnasen sind dann nicht mehr zur Fortpflanzung fähig. Behalten aber alle (negativen) Geschlechtstriebe wie Rolligkeit oder Markieren. Besser: Die Kastration der Tiere. Beim Kater werden die Hoden, bei dem Weibchen die Eierstöcke entfernt. Ein kurzer Eingriff, der allerdings bei den weiblichen Tieren etwas komplizierter ist. Doch dazu später.

Vorbereitungen

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Unser Bester auf dem Weg zum Tierarzt

Unser Kater Zorro sollte den Anfang machen. Mit sechs Monaten war er in einem guten Alter. In Absprache mit dem Tierarzt bekam er 24 Stunden vor dem Eingriff kein Futter mehr. Und kurz vor der OP auch kein Wasser. Ich brachte ihn dann mit reichlich Sorgen im Gepäck zum Arzt. Vorher hatte ich eine geräumige Hartschalenbox organisiert. Zorro bekam noch ein weiches Handtuch rein gelegt und fügte sich schnell seinem Schicksal. Klaglos marschierte er in die Box. Diese war für Tierarztbesuche und speziell bei operativen Eingriffen ideal. So konnte der Doc unseren Patienten gut beobachten. Und auch der Zugriff war einfach.

Es konnte losgehen! Unsere Lady Pippi hatte ich übrigens in einer Extrabox ebenfalls mitgebracht. Sie sollte Zorro Gesellschaft leisten.

Wozu sie aber nicht wirklich kam..

Die Narkosespritze tut weh!

Auf dem Behandlungstisch schien Zorro zu merken, dass es diesmal keine Routineuntersuchung werden würde. Er war -genau wie ich- sichtlich nervös! Die Helferin bat mich ihn ein wenig zu streicheln während er die Spritze bekam. Das tat ich gerne. Ein kurzer Aufschrei! Zorro hatte es geschafft. Fürs Erste zumindest. Jetzt musste er einschlafen. Meine Idee, Pippi in der anderen Box dazu zu stellen, war nicht so gut. Der Tierarzt verbot es. Schließlich würde sie nur für Unruhe sorgen und Zorro unnötig wach halten. Also packte ich Pippi ein, warf einen letzten Blick auf meinen unkastrierten Patienten, und verließ mit Bauchweh die Praxis.

Glasige Augen machen Angst

Zwei Stunden später bekamen wir den erlösenden Anruf. Zorros OP war erfolgreich! Und wir durften ihn direkt wieder abholen. Als ich ihn dann in seiner Box sah, bekam ich zuerst einen Schreck. Er lag mit offenen, glasigen Augen ausgestreckt auf dem Handtuch. So wie es aussah, atmete er nicht mehr. Aber alles halb so wild. Wie ich nachher bei Pippis Kastration feststellen konnte, war dieser Zustand völlig normal. Bei genauer Betrachtung sah ich, dass sein Atem ganz flach ging. Puh! Zorro schlief mit offenen Augen. Und war endlich wieder bei uns zuhause.

Frisch kastrierte Fellnasen brauchen viel Ruhe

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Unser Kater nach der OP

Auf Anweisung des Tierarztes stellten wir unseren Liebling in seiner geöffneten Box erstmal ins Bad. Dort hatte er Ruhe und konnte später nirgendwo drauf klettern. Bei noch halb narkotisierten Tieren besteht nämlich akute Absturzgefahr. Klettern war aber sowieso noch kein Thema. Ganze vier Stunden harrten wir bei unserem Liebling aus, bis er sich endlich wieder rührte.

Aber wie schlimm sah er denn plötzlich aus! Seine Augen wirkten völlig leer. An seinem Hintern klebte Blut. Und er torkelte wie betrunken aus seiner Box. Ich machte den Fehler Pippi zu ihm zu lassen. Sie war von Zorros Verhalten und dem antiseptischen Geruch total verwirrt. Und fauchte Zorro sogar an! Sie schien ihn nicht mehr zu (er) kennen. Also Pippi wieder raus!

Übelkeit und Orientierungsprobleme

Zorro musste sich mehrmals übergeben. Außer ein wenig Flüssigkeit kam aber nichts raus. Das war auch gut so, hätte er doch an festen Stücken ersticken können. Seitdem verstehe ich, warum man bei Operationen nüchtern sein sollte. Auf jeden Fall war aller Anfang ins kastrierte Katzenleben schwer! Zorro schaffte es keinen Meter vorwärts ohne umzukippen. Ein trauriger Anblick! Kannten wir ihn davor doch als so quick fideles Katerchen. Zu Eurer Beruhigung muss ich aber direkt dazu sagen:

Er wurde schnell wieder der Alte! Am Operationstag nahm er sich aber noch eine Pause. Fressen durften wir ihm erstmal nicht geben. Und das Wasser rührte Zorro nicht an. Also ließen wir ihn über Nacht im Bad. Ich muss zugeben, dass ich mehrmals in der Nacht aufstand, um nach ihm zu sehen. Eigentlich konnte ja nix passieren. Aber Tierliebe ist da gnadenlos.

Der Geruch ist anders

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Zorro, 20 Std. nach der Kastration

Am nächsten Morgen marschierte unser Frechdachs auch schon wieder halbwegs fit, aber noch ein wenig wackelig aus der Badezimmertür heraus. Pippi konnte er aber immer noch nicht davon überzeugen, dass er wieder der Alte war. Sie schnüffelte an ihm und begann wieder zu fauchen. Für uns ein herzzerreißender Anblick. Waren die Zwei doch sonst ein Herz und eine Seele.

Wie wir nachher heraus fanden, war Zorros Geruch durch eine medizinische Flüssigkeit anders als sonst. Und da Katzen sich vornehmlich am Geruch erkennen, war Pippi halt verwirrt. Alles halb so schlimm.

Alles wird gut!

Zwei Tage nach der Kastration war unser Kater wieder topfit. Und machte alles wie früher! Auch Pippi hatte ihn wieder lieb gewonnen. Die Narben an Zorros Hinterteil wuchsen rasend schnell wieder zu. Wir waren glücklich! Und um eine wichtige Erfahrung reicher.

Einen Monat später ließen wir wieder einen Stubentiger kastrieren. Pippi! Die Vorgänge wiederholten sich. Und wir waren viel entspannter. Der einzige Unterschied zur Kastration beim Männchen ist die Länge der OP. Und die spätere Wundbehandlung. Denn bei Pippi wurde der ganze Bauch kahl rasiert. Und sie hatte eine lange Narbe in der Körpermitte. Wir zogen ihr daher ein selbstgebautes Kostüm an. Das sah doof aus. Und gefiel Pippi gar nicht. Aber so konnte sie sich nicht an der Narbe herum zupfen.

Patientenkostüm selbst gemacht

Wir wollten Pippi nicht mit einem Trichter “verunstalten”. So sahen wir das zumindest. Daher bastelten wir ihr aus einer alten Leggings ein Art Pulli. Die Leggings schnitten wir auf Höhe des Unterschenkels ab. In die Mitte vier Löcher für ihre Pfoten. Fertig! Das Kostüm stülpten wir der überraschten Lady dann ganz nonchalant über. Sie hatte keine Chance an ihre OP-Narbe zu kommen. Und bekam vom Tierarzt bei der Nachkontrolle ein Extralob.

Fazit

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Alles wieder gut!

Das Erste Mal Kastration ist sicherlich ein emotionales Großereignis. Allerdings haben wir gemerkt, dass der Eingriff eigentlich keine große Sache ist. Haltet Euch an die Anweisungen Eures Tierarztes. Bringt den Stubentiger nüchtern zur OP. Sorgt danach für viel Ruhe. Achtet auf die Narben. Dann wird schnell alles wieder gut! Wir wünschen Euch viel Erfolg und gute Nerven, wenn Ihr Eure Katze kastrieren lasst!

Über Christian Schäfer

Christian Schäfer arbeitet als freiberuflicher Redakteur und Autor in der TV-Branche. Dabei hat er sich auf die Berichterstattung zu tierischen Themen spezialisiert. Unter anderem realisiert er regelmäßig Beiträge für das Tiermagazin "hundkatzemaus" auf VOX. Christian Schäfer pflegt die Webseiten und ergänzt die Testberichte durch Tipps und Tricks.

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3 Kommentare

  1. Pippi und Zorro haben’s überstanden. Unser Tiger und Max&Moritz ebenfalls….habe mitgelitten… Aber – alles wird gut und ist schnell vergessen.

  2. Ich habe auch erst eine Kastrations-OP bei meiner 2 jährigen Katzendame hinter mir und kann viele deiner Schilderungen bestätigen. Leider hat unsere Katze die OP nicht so gut überstanden (ich vermute dass die Narkose nicht richtig dosiert war bzw. zu stark), so dass sie tagelang recht orientierungslos war. Sie hat sich selbst keine ruhe gegönnt, was ich bis heute nicht versehe. Leider ist dann auch noch ein dummer Unfall passiert: sie ist von ihrem Deckenhohen Kratzbaum gefallen und musste wegen gebrochenem Bein gleich noch einmal zum Doc. Ich wollte ja nie so einen hohen Katzenbaum anschaffen, aber konnte mich in der Familie nicht durchsetzen. Das war vielleicht eine Aufregung. Jetzt ist aber alles wieder Ok und wir bereuen die Kastration in keiner Minute. Was war das jeden Monat für eine Qual mit dem Östrus (nächtelanges Schreien, Urinverspritzen auch auf Möbeln). Und wir hatten ja noch Glück dass sie nur in den Sommermonaten rollig wurde.

    • Hallo Flavia, tut mir leid dass deine Mieze vom Kratzbaum gefallen ist. Generell ist aber toll, wenn sie einen deckenhohen Kratzbaum besitzt 🙂 Klar..nach der OP sollte sie da nicht drauf dürfen..aber ansonsten hat sie damit ne Menge Spaß.

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