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2 Galgo Espagnol

Das Leid der Galgos – Tierschutz Spanien

Nach der Jagdsaison wird aussortiert

Gudrun Sauter mit verletztem Galgo
Tierschützerin und Testerin Gudrun Sauter

Ich möchte Euch heute ein wichtiges Projekt vorstellen, für das sich unsere Hunde-Expertin “Gudrun Sauter” engagiert. Sie arbeitet als Erste Vorsitzende in der Organisation “Tierschutz-Spanien” und widmet sich speziell dem Leid der Galgos. Galgos sind spanische Windhunde, die vornehmlich für die Jagd auf Kaninchen eingesetzt werden. Nach der Jagdsaison, Ende Januar, sortieren Züchter und Jäger einen großen Teil der Tiere aus.

Das bedeutet: Die Hunde werden getötet oder ausgesetzt. Unendliches Leid, jedes Jahr!

Ich wurde selber Zeuge der schlimmen Zustände in Spanien. Im Rahmen von Dreharbeiten für das Haustiermagazin “hundkatzemaus” besuchte ich unter anderem eine Tötungsstation in Cordoba. Der Begriff “Tötung” trifft an diesem Ort leider zu 100% zu. Was zuerst wie ein normales Tierheim aussieht, ist in Wirklichkeit ein wahrer Haustierfriedhof. Auf den Straßen eingesammelte Hunde und Katzen werden in Massen mit der Giftspritze getötet.

Countdown für ein Hundeleben

Tierschützer mit gerettetem Podenco
Geretteter Podenco beim hundkatzemaus Dreh

In Spanien gilt: Für ein Abgabetier werden 10 Tage Wartezeit veranschlagt, für ein Fundtier sind es 21 Tage. Sollte sich in dieser Zeit kein Besitzer mehr finden, so werden sie je nach Auslastung der Zwinger sofort getötet.

Wie Ihr rechts auf dem Foto seht, durfte ich mithelfen einige Tiere aus der Tötung heraus zu holen. Gudrun und der Rest des Teams aus Tierschützern versuchen so viele Hunde zu retten wie möglich. Speziell die Galgos haben es Gudrun angetan.

 

Aus einem geschundenen Jagdhund wird ein geliebtes Haustier

Gudrun Sauter mit Galgo Zambia Vorher / Nachher
Links die Galga “Zambia” in der Tötung – Rechts im neuen Zuhause

Das Foto von “Zambia” zeigt: Der Einsatz des Vereins “Tierschutz-Spanien” bewirkt wahre Hundewunder. Aus verängstigten, halb verhungerten Vierbeinern werden tolle Familienhunde! Doch das bedeutet für die Helfer auch immer eine Menge Arbeit. Sie holen die Hunde von der Straße und aus den Tötungsstationen. Päppeln sie in spanischen Hundehotels für teures Geld auf und bringen die Hunde durch Flugpaten und Transportfahrten nach Deutschland. Dort werden die Vierbeiner in Pflegestellen oder Endstellen gebracht. Keines der Tiere landet in einem deutschen Tierheim!

Das Ende der Leiden

Die Organisation hat für die Zukunft noch große Pläne. Hunde, wie Zambia sind erst der Anfang. Langfristig plant der Verein die allgemeine Verbesserung der Lage vor Ort. Galgo-Züchter und Jäger müssen strenger kontrolliert werden. Kastrationsprogramme sollen die Masse an Tieren eindämmen. Weniger Geburten, ein höheres Ansehen der Galgos bei der Bevölkerung und keine Tiere mehr, die in andere Länder gebracht werden müssen. So lauten die konkreten Ziele des Vereins “Tierschutz-Spanien”.

Ihr interessiert Euch für die spanischen Windhunde und wollt helfen? Dann besucht jetzt die Webseite der Organisation -> “Tierschutz-Spanien”

Und noch ganz zum Schluss: Ein dickes DANKESCHÖN an Nicole, Christiane und Gudrun für die unvergesslichen Erlebnisse!

Tierschutz Team: Nicole, Christiane und Gugu

Über Christian Schäfer

Christian Schäfer arbeitet als freiberuflicher Redakteur und Autor in der TV-Branche. Dabei hat er sich auf die Berichterstattung zu tierischen Themen spezialisiert. Unter anderem realisiert er regelmäßig Beiträge für das Tiermagazin "hundkatzemaus" auf VOX. Christian Schäfer pflegt die Webseiten und ergänzt die Testberichte durch Tipps und Tricks.

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19 Kommentare

  1. Christine Biniok

    Lieber Gott, ich danke Dir, dass es Menschen gibt die sich so einsetzen – die den Mut und die Kraft haben, sich mit diesen unendlichen Grausamkeiten auseinander zu setzen! Ich selber durfte 2005 einen kleinen Notfall vom Tierschutz Spanien übernehmen und habe nur gute Erfahrungen mit dem kleinen Hund gemacht! Diese armen Tiere sind einfach nur dankbar für ein bißchen Güte, Ruhe und liebevolle Zuwendung.

    An all diejenigen, die dies lesen: Bitte kauft keine Hunde von Züchtern – kurbelt das Geschäft nicht an! Gebt doch lieber so einem armen Wesen, das noch nichts Gutes in seinem Leben erfahren durfte, eine Chance – diese Hunden geben Euch all das Gute tausendfach in Form von Treue und Dankbarkeit zurück!!!!

    • Sehr geehrte Frau Biniok,
      Sie schreiben: “Kauft keine Hunde beim Züchter – kurbelt das Geschäft nicht an”!
      Das ist so ähnlich, wie wenn Sie aufrufen würden: “Leute setzt keine Kinder in die Welt – adoptiert lieber die, die sowieso schon geboren sind und noch keine Liebe erfahren haben!”

      Für dieses Massenelend wird es leider, leider, leider gar keine andere Möglichkeit geben, als die meisten dieser vernachlässigten, sich selbst überlassenen, geschundenen Tiere einzuschläfern, um das Elend zu dezimieren. Es ist ja nicht nur Spanien. Hinzu kommen Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Polen, Tschechien und, und, und….

      Ich glaube, dass ein riesiger Unterschied darin besteht, ob sich Hunde auf der Straße unkontrolliert vermehren oder ob ein verantwortungsbewussten Züchter einen Wurf mit aller Akkribie plant, unter besten Bedingungen zur Welt bringt, ihn liebevoll aufzieht und sich um ebenso liebevolle, künftige Besitzer bemüht und diesen und “seinen” Welpen auch später noch mit Rat und Tat zur Seite steht.

      Was das Problem der spanischen Galgos betrifft – es ist sicherlich hoch anerkennenswert was Frau Sauter hier macht. Allerdings fürchte ich, wird es auf Dauer nicht zielführend sein. Für 10 Galgos, die Frau Sauter retten kann, werden 100 weitere nachgezogen. Womöglich lachen sich die Spanier noch eins ins Fäustchen, nach dem Motto: “Schaut die blöden Deutschen an, räumen auch noch unseren”Kram” weg!”

      Meines Erachtens ist dieses Problem nur auf politischer, (EU-)Ebene zu lösen. Spanien ist nur noch eines von ganz wenigen EU-Ländern überhaupt, in denen die Jagd mit Hunden auf Lebendwild erlaubt ist. Hier gehört ein EU-weites Verbot her. Dieses Ziel zu erreichen ist aber sicherlich seehr langwierig und längst nicht so fotogen.

      Der DWZRV (Deutscher Windhund Zucht- und Rennverband) hat vor ein paar Jahren zu einer Petition aufgerufen, wonach Agrarsubventionen an Greyhoundzüchter in Irland einzustellen wären. In Irland gilt der Greyhound als “Nutztier”. Dies wurde sogar erreicht – für genau 1 Jahr. Seither fliest die Kohle wieder munter weiter.

      Die Politiker in England und Irland werden einen Teufel tun, um die immense Zahl an Greyhoundwürfen, man spricht von der “Greyhoundindustry” mit ca. 20 – 50.000 Welpen/Jahr, zu begrenzen, solange sie mit den Wettgeldern prächtig die Staatskassen füllen können.

      Ich habe seit nunmehr 36 Jahren Greyhounds. Fast alle von deutschen Züchtern. Laut offizieller Statistik des DWZR werden in Deutschland konstant ca. 45 Greyhound-Welpen pro Jahr geboren und das seit mehr als 20 Jahren.
      Galgo-Züchter gibt es überhaupt nur eine schwache Hand voll in Deutschland.

      Da kann man wohl kaum von angeheiztem Geschäft!!!! reden.

      • Christine Biniok

        Hallo Frau Fink,

        Sie gehören scheinbar zu den Züchtern, die es gut mit den Tieren meinen und die Kleinen liebevoll aufziehen. Sicher ist Ihnen aber auch bekannt, dass es da eine ganz andere Spezies sogenannter “Züchter” gibt, deren einziges Ziel es ist, einen großen Profit zu erzielen und ich erspare mir an dieser Stelle die Einzelheiten wiederzugeben, die dort den armen Hunden angetan werden – tagtäglich! Aber das ist ja hier momentan nicht unser Thema.

        Ihr angeführter Vergleich mit der Adoption von Kindern hinkt schon ein wenig – das Eine hat mit dem Andren nichts zu tun.

        Auch Ihre Anregung, all die Hunde, die sich eigenmächtig vermehren und es eh nicht gut auf dieser Welt haben, einfach einzuschläfern – entsetzt mich einfach nur. Wie anmaßend, sich als Herr über Leben und Tod von Lebewesen zu erheben.

        Die Kastration der streunenden Hunde ist z.B. eine gute Lösung, dem Problem der unkontrollierten Vermehrung entgegenzutreten und die Vermittlung in gute Hände ist zwar nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein – aber immer noch besser als nichts zu tun!

        Ich selber bin u.A. administrativ in der Vermittlung von solch armen Geschöpfen tätig – es ist nicht nur für die Hunde ein wunderbares Geschenk, noch einmal Liebe und Fürsorge (statt den Tod) zu erleben, sondern auch die Menschen, denen sie anvertraut werden, gewinnen an Lebensfreude! Das Vertrauen von solch einem gequälten Hund geschenkt zu bekommen, ist etwas Besonderes – das kann man nur nachvollziehen, wenn man es erlebt hat.

        Ich vertrete nach wie vor die Meinung, dass ich lieber denen helfe (auch finanziell), die es nicht gut haben, anstatt sie zu töten und einen Hund vom Züchter zu kaufen.

        Natürlich achte ich, dass Menschen anders denken als ich und nicht so empathisch orientiert sind – solange sie keinem Lebewesen Böses antun. ich respektiere, dass Sie sich ernsthaft und ausführlich mit dem Thema auseinander gesetzt haben!

        Ich weiß auch, dass wir Tierschützer nicht die ganze Welt retten können und sicherlich haben auch wir unsere Fehler – aber es gibt eine moralische Verpflichtung und die heißt helfen und nicht eliminieren!

        Mit bestem Gruß, Christine Biniok

  2. anja eisenbeiss

    liebe gugu

    ganz grossen dank für deinen einsatz und auch allen, die sich für die tiere gegen diese brutalitäten in spanien und weltweit einsetzen!

    sind wir menschen doch so verantwortlich damit das tier, die natur und die menschen zusammen auf dieser erde eine harmonie bilden können.

    dafür braucht es immer wieder helfers-engel wie du!

    sei herzlichst gegrüsst von anja

  3. Hallo Zusammen,
    ich finde es absolut genial, dass ihr so für diese Tiere da seit. Wären alle Menschen so, dann hätte die Tierquälerei schon lange ein Ende!!
    Schöne Grüße
    Sonja

  4. Manfred Kleinert

    Kann den Kommentar von Christine nur bestätigen!

    Auch meine Familie hat mit einem Podenco-mix aus Cordoba
    nur die besten Erfahrungen gemacht.

    Würde niemals gegen einen “Rassehund” tauschen und danke
    auf diesem Weg allen die sich in dieser Weise engagieren!

    Schöne Grüße

    Manfred

    • Christine Biniok

      Hallo Manfred,

      danke für Deinen schönen Beitrag! Ich habe von einer Züchterin einen Kommentar bekommen und heute darauf geantwortet – wenn Ihr mögt. schaut Euch doch mal beide Texte an…

      Habt einen schönen Tag, lg von Christine

  5. Jeanette Schroedl

    Vielen Dank das ihr so einen Beitrag bringt ….ich bin schon sehr gespannt und hoffe, dass trotz der frühen Sendezeit das ganze Leid dieser wunderbaren Hunde mal gezeigt wird. Danke eine Galgomama

  6. Marion Kohler

    Wir haben 2005 einen Welpen namens Jacobo vom Tierschutz Spanien übernommen , das beste was uns je passiert ist ! 2009 zog noch eine Galga aus Albacete ein und 2010 folgte noch ein galgobube aus Sevilla . Ich kann nur sagen dass ich überglücklich mit meinen Plüschpopos bin und mir das Herz aufgeht wenn diese geschundenen Seelen wieder die ersten Schritte in ein neues und Gutes Leben machen . Wenn die Seele beginnt zu heilen und das Vertrauen wächst, Ängste verschwinden dann ist auch der Augenblick gekommen in denen die ” Windigen” ihr wirkliches wunderbar zartes liebevolles Wesen offenbaren !!!! Menschen die das nicht erkennen und zu schätzen Wissen sind wirklich armen Kreaturen .

  7. Tina Baumgärtner

    Liebe Gudrun, DANKE an DICH und DEIN wunderbares Team!!!! IHR SEID FANTASTISCH!!!! Bitte gebt niemals auf!!!! DANKE im Namen der wunderbaren Galgoseelen!!!!

  8. Endlich mal eine Aufklärung für alle die sonst nicht an dieses Thema herankommen, die keine Ahnung haben warum Menschen wie Gudrun sich für die Galgos einsetzen. Wir selber haben zwei Galgos und einen Greyhound zuhause und wenn mich jemand blöd anmacht wegen meiner Mädels bekommt er von mir so einiges zu hören…Ich stehe zu den armen Galgoseelen, Greyhoundseelen und freue mich über jeden, der sich auch für diese liebevollen Geschöpfe einsetzt. Macht weiter!!!!

  9. ich warte die ganze woche nur auf samstag,leider wird sehr kurz gesendet,aber ich heul mich sowieso immer nieder,wenn man nur helfen könnte,habe auch zwei hunde aus spanischen tötungen,es sind so liebe dankbare geschöpfe…mein liebstes,bin in rente (aber noch sehr gut erhalten)und spende was ich entbehren kann,möchte euch nur sagen wie ich euch bewundere,vielen vielen dank und macht hoffentlich noch lange weiter,gott belohnt euch dafür.
    liebe grüsse aus österreich!!

  10. Sabine Pracht

    Hallo,
    erst jetzt habe ich die Bilder von Zambia gesehen, wie schön, ihr seid wunderbar, an anderer Stelle habe ich euch schon bewundert für euren Einsatz,
    liebe Nicole, du hast mich so berührt mit Pino auf dem Arm und später als du nach ihm geschaut hast ,danke, Sabine

  11. Und dann wird man als von “Tierschützern” angepöbelt weil man einen Podenco aus der Tötung hat. Denn die deutschen Tierheime sind ja voll. Ist Tierschutz eine nationale Sache? Das Leid ist überall. Und helfen soll man da wo die Not am grössten ist.

  12. Hallo, auch wir haben durch einen guten Freund von dem Leid der Hunde in Spanien gehört. Vor 2 Jahren haben wir eine Deutsche Dogge aus dem Tierheim geholt. Sie war 1, 5Jahre alt und schon den dritten Halter. Wir haben es bis heute noch nicht bereut. Ein schöner Galgobub hat uns es angetan, dem wir zur freude ende Februar bekommen. Wir möchten uns bei Gudu ganz herrzlich bedanken, das die Adoption des Buben Yann so problemlos gelaufen ist. MACHT WEITER SO, wir werden diese Arbeit in Zukunft unterstützen.

    Fam Gorn

  13. Hier sucht jemand eine Galga. http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/such-galgo-huendinn/173472673-134-6055

    Vielleicht kann ja eine vermittelt werden. Viel Erfolg!

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