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Joggingball
Joggingball

Aktion gegen Joggingbälle für Haustiere!

Was sind das für Produkte?

Joggingball
Joggingball

Die Bezeichnungen für die Kugeln sind unterschiedlich, es ist aber im Grunde immer das gleiche Produkt, das zu verschiedenen Preisen angeboten wird. Es handelt sich um eine Kugel aus Kunststoff mit einem Durchmesser von 12 – 30 cm, die dazu dienen soll, dem Heimtier „Auslauf“ zu gewähren. Zu diesem Zweck lässt sich die Kugel öffnen und das Tier soll hinein gesteckt werden um dann mit der Kugel über den Boden zu rollen. Wir haben das Produkt natürlich nicht an Tieren getestet, weil kein Tier eine solche Tortur über sich ergehen lassen sollte.

Gesundheitliche Schäden

Joggingbälle sind für das Tier sehr gefährlich, denn Hamster und auch andere Tiere können sich in solchen Geräten sehr schwer verletzen. Beim Rollen im Joggingball können die Tiere nicht manövrieren und nicht bremsen. Der Joggingball rollt ungebremst auf das Hindernis zu und schlägt dagegen. Dabei kann es zu Traumata, Verstauchungen und weitere Verletzungen kommen. Bekommen die Tiere im ganzen Haus Auslauf in solchen Kugeln, ist es schlimmstenfalls sogar denkbar, dass sie damit die Treppen herunter fallen. So einen Unfall überlebt ein Kleintier im Normallfall nicht.

Schlechte Verarbeitung der Kugel

Die Belüftung durch zu kleine Lüftungsschlitze reicht nicht aus. Die Schlitze sind außerdem so groß, dass die Tiere sich teilweise ihre Füßchen darin einklemmen können. Die meisten Joggingbälle sind für die Tierart, für die sie angeboten werden zu klein. Sogar Zwerghamster und Mäuse benötigen 20 cm Durchmesser bei einem Laufrad, sonst biegt ihr Rücken zu stark durch und es kommt zu Rückenschäden. Goldhamster benötigen 30 cm, Ratten 40 cm und diese Größen gibt es schon gar nicht. Bandscheibenvorfälle, Rückgratverkrümmung und damit auch bleibende Rückenschmerzen sind die Folge von zu kleinen Kugeln und Laufrädern.

Stress für das Tier

Die Wände hindern die Tiere daran, etwas von ihrer Umgebung wahrzunehmen. Hamster und viele andere Nager sind kurzsichtig, durch die Wände wird ihr Sehvermögen weiter eingeschränkt. Sie können also nicht sehen wohin sie laufen. Der Sinn, auf den sich Nager am meisten verlassen, ist sein Geruchssinn. Aber in einer Plastikkugel eingesperrt können die Tiere ihre Umgebung nicht erschnuppern. Auf ihr feines Gehör verlassen sich Nager ebenfalls beim Laufen. Aber in dieser Kugel dringen Geräusche nur eingeschränkt und verändert zum Nager durch. Er ist also nicht in der Lage, sich in einem Joggingball zu orientieren. Das allein sorgt beim Tier für ausgesprochen großen Stress.
Hamster zerchlägt Kugel mit HammerNager sind Fluchttiere, bei Gefahr versuchen sie sich unverzüglich zu verstecken. In einem Joggingball sind sie durchgehend allen Blicken preis gegeben. Sie haben keine Chance sich zu verstecken oder ins Dunkle zu flüchten. Das sorgt dafür, dass die Tiere noch schneller laufen, wenn sie sich erschrecken und noch hektischer die Kugel bewegen um ihr zu entkommen und ins Dunkle zu flüchten. Fatalerweise wird dann häufig vom Halter angenommen, das Tier habe Spaß in dem Joggingball und läuft gern.

Unsauber

Da die Tiere, wenn sie in einem Joggingball laufen, unter Stress stehen, sowie ihre Ausscheidungen auch nicht über so einen langen Zeitraum bei sich behalten können, setzen sie auch in der Laufkugel Kot und Urin ab und laufen dann in ihren eigenen Ausscheidungen und beschmutzen sich dabei. Dies gilt vor allem dann, wenn das Tier zu lange in der Kugel bleibt.

Tierschutz

Hamster gegen JoggingballJoggingbälle und andere Laufkugeln sind von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft (Merkblatt Heimtierhaltung, Tierschutzwidriges Zubehör (62) und Merkblatt für Heimtierhalter Hamster TVT ) und dafür gibt es viele gute Gründe.

Fazit

Kein Tier läuft freiwillig in so einem Ball und es sollte auch keinem Tier zugemutet werden. Jedes Tier benötigt Bewegung, dafür sorgen ein großes Gehege, täglicher freier Auslauf und bei manchen Kleintieren auch das richtige Laufrad.

Weiter Aktionsseiten: Auf „Nager-Info“ und facebook

Über Christine Wilde

Christine Wilde befasst sich beruflich mit Kleinnagern und erforscht vor allem das Verhalten und die Grundbedürfnisse der verschiedenen Tierarten. Sie ist im Tierschutz aktiv. 1999 hat sie die Organisation Nager Info mit der HP nager-info.de gegründet. Seit einigen Jahren veröffentlicht sie regelmäßig Artikel und Bücher zur Kleintierhaltung.

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